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Das Stuhlflechtrohr hielt in Europa Einzug, als die Holländer ihre Kolonialmacht in Indonesien ausbauten und es von dort mitbrachten. Die europäischen Möbelbauer entdeckten schnell diese Flechttechnik für sich und entwarfen teure Nussbaumstühle, aber auch schlichte und preiswertere Sitzgelegenheiten aus Buchenholz, alle mit wunderschönen, geflochtenen Einsätzen.
Die geflochtene Sitzfläche verschwand seit dem nie mehr ganz von der Bildfläche. Eine neue Blüte kam für die Stuhlflechter in der Gründerzeit und der Epoche des Jugendstils um die Jahrhundertwende (1880-1920). Die meisten geflochtenen Stühle in deutschen Haushalten stammen noch aus dieser Zeit.
Stuhlrohr (Peddigrohr) auch Rattan oder Rotan genannt, wächst als Schlingpflanze in den tropischen Urwäldern Indonesiens und Malaysias. Es gibt sehr viele Sorten, deren Beschaffenheit vom Klima und den unterschiedlichen Bodenverhältnissen abhängig ist. Mit diesem Flechtmaterial ist es möglich, sehr haltbare Stuhlgeflechte in verschiedenen Flechtmustern, z.B. für Möbel oder Heizkörperverkleidungen herzustellen. Neben Stuhlflechtrohr weden aber auch noch Chinaschnur, Dänische Papierschnur, und Naturbinsen, die überwiegend aus Deutschland oder Holland stammen, verwendet.
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Alle diese natürlichen Materialien, die wir auch in unserer Flechtwerkstatt verwenden, sind nachwachsende Rohstoffe und somit umweltfreundlich. Beim Flechten dienen Ahlen und Schraubendreher als Hilfsmittel, außerdem verschiedene spezielle Messer und Scheren.
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